Die Orgelbauerfamilie Schulze aus Thüringen

Schnitzerei 1 Links und rechts Schnitzereien von der Haustür des Schulzeschen Wohnhauses in Paulinzella. Sie werden Herwart Schulze (siehe unten) zugeschrieben. Schnitzerei 2
Johann Elias Schulze (1688-1762) ansässig in Milbitz (Thüringen) nur eine Orgel ist bekannt, Unterwirbach, erbaut 1738
Johann Daniel Schulze (1720-1785)   In Ellichleben, einem Ortsteil der Gemeinde Witzleben im Ilm-Kreis (Thüringen) wird die Orgel von 1776 derzeit restauriert und soll am 20. 06. 2010 wieder geweiht werden. Sie erfuhr im 19. Jh. einige Veränderungen und verfiel im 20. Jahrhundert.
Johann Andreas Schulze (1753-1806) übernimmt 1780 die Firma 14 Orgeln sind bekannt, darunter in Quittelsdorf von 1791
Johann Friedrich Schulze (27.1.1793 bis 9.1.1858) tritt 1806 in das Geschäft ein, lernt bei Orgelbauer Ehle in Stadtilm, und beginnt 1815 seine selbständige Tätigkeit. Studierte speziell Akustik und arbeitete mit Johann Gottlob Tõpfer, einem Weimaraner Organist und Professor der Musik zusammen, der ein bedeutender Orgeltheoretiker war. 1826 verlegt er den Firmensitz von Milbitz nach Paulinzelle, (heute Paulinzella) und ab 1833 für einige Jahre nach Mühlhausen an der Unstrut. Johann Friedrich wird zu einem der berühmtesten Orgelbauer Europas. mehr als hundert Orgeln sind bekannt. Neben unserer rag(t)en heraus:
Domorgel von Bremen (erbaut 1850, mehrfach erneuert, Klangwerk völlig verlorengegangen),
Hauptorgel der Marienkirche zu Lübeck (1851-1854 erbaut, 1945 verbrannt),
Orgel im Crystal Palace der Großen Industrieausstellung von 1851 in London (erbaut durch Vermittlung von Prinz Albert of Sachsen-Coburg, Kousin und seit 1840 Ehemann der Queen Victoria. 6,2 Millionen Besucher).
Crystal Palace 1851 London
Verbleib der Orgel ist (uns) nicht bekannt.
Mehrere Orgelbauten für Lancashire and Yorkshire.
Heinrich Edmund Schulze(1824-1878)
Schulze
übernimmt 1858 die Leitung der Firma. 5 Brüder erwerben sich durch unterschiedliche Leistungen ebenfalls Respekt. Oskar beispielsweise für seine akustischen Kenntnisse, Herwart als Tischler und hoch begabter Schnitzer. Die heute noch zu besichtigende Eingangstür des Schulzeschen Wohnhauses in Paulinzella wird ihm zugeschrieben.
Die Firma ist gegen 1880 erloschen.
Orgelbauten in England, britische Orgelbauer nennen Edmund als Lehrer
© Pfarramt Ahrenshagen, 19.11.2000