Neues aus unseren Gemeinden


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"Ich hatte nicht an eine ganze Kirche gedacht"

pfeil

Allein die Deutsche Stiftung Denkmalschutz habe insgesamt über 330 000 Euro bereitgestellt, dazu kamen Mittel aus der "Heinz und Renate Wiedemann-Stiftung", der "Zeit"- und der Reemtsma-Stiftung. Weitere Unterstützungen seien von Bund, Land, Kirchenkreis und Landeskirche sowie von anderen Stiftungen gekommen.

Die Kirche von Tribohm: Insgesamt sind in den letzten Jahren über eine Million Euro in die Komplettsanierung des Feldsteinbaus aus dem 13. Jahrhundert geflossen.

Fotos: Rainer Dally

Auch auf ihn übe die Tribohmer Kirche mit ihrer besonderen Lage am Recknitztal einen besonderen Reiz aus, bekennt Gemeindemitglied Harald Brondkte. Das Recknitztal ist seit 1000 Jahren die Grenze zu Mecklenburg und so wurde der 800 Jahre alte Tribohmer Sakralbau auch als Wehrkirche errichtet.

"Eine kleine Feldsteinkirche mit einem hölzernen Turm, der mit Eichenschindeln- gedeckt-ist. Dann die Friedhofsmauer, aus Feldsteinen aufgeschichtet, ein uraltes Tor - so ein historisches Ensemble hat seinen ganz eigenen Reiz", versucht der 72-Jährige die Beliebtheit von Tribohm zu erklären.

Tribohm während der Sanierung.

Dabei war der Zustand der Kirche über Jahre alles andere als reizend. "Das Gebäude befand sich in dem allerjämmerlichsten Zustand, den man sich denken kann", sagt Barbara Müller-Plathe. Turm und Dach seien einsturzgefährdet gewesen, "es war sogar schon verboten, hier hereinzukommen". Die Wände hätten große Risse gehabt, "und das Kircheninnere war muffig, grün-schwarz von Algen und Schwamm".

Die kleine aktive Kirchengemeinde habe auch schon zu DDR-Zeiten viel versucht, um ihre Kirche zu erhalten, erzählt Klaus-Christian Hirte. Bereits in den 70er Jahren habe sie über Tauschgeschäfte Betonziegel "organisiert", damit das Kirchendach damit eingedeckt werden konnte. Diese haben dann später leider dafür gesorgt, dass der Dachstuhl absackte.

Gerade weil die Kirche in einer "leider glaubensannen und strukturschwachen Region" stehe, sei so eine restaurierte Kirche "ein bisschen wie der Leuchtturm", ist Pfarrer Hirte überzeugt. Die Menschen sähen die Kirche und würden sagen: "Seht mal, ihr macht dort eure Kirche, dann gibt es noch Hoffnung hier für unsere Region."

NICOLE KIESEWETTER

Eine Kirche zum Liebhaben

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Der Pastor dankte speziell Barbara Müller-Plathe aus Hamburg, die mit einer eigenen Spendenaktion 100 000 Euro aufgebracht und sich darüber hinaus bei anderen Stiftungen für die Tribohmer Kirche eingesetzt hatte. Bei einer Besichtigungstour vor zehn Jahren habe sie sich mit ihrem Mann verschiedene Baudenkmäler angesehen. Die Kirche in Tribohm sei dunkel und muffig sowie grün und schwarz von Algen gewesen, es hätten viele große Risse geklafft. "Man stand mehr in einer Gruft als in einer Kirche. Dann ertönte der warme Klang der Orgel und wir wurden von Gemeindegliedern und Pastor Hirte warmherzig empfangen. Nach einigen Tagen Bedenkzeit entschieden wir uns, für diese Kirche zu spenden. Wir fühlten, dass die Gemeinde sie braucht."

Landrat Ralf Drescher bedankte sich in seinem Grußwort bei denen, die fest an den Wiederaufbau der Tribohmer Kirche geglaubt hatten. Als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Leader sei er zu der Überzeugung gelangt, dass die Kirchen im Landkreis nicht nur für gläubige Menschen, sondern auch im Bereich der weltlichen Gemeinden als wichtige Anlaufpunkte dienen. "Deshalb wird es von uns auch weiterhin Unterstützung für Projekte lebendiger Kirchengemeinden geben."

Ein Satz auf der Website der Kirchengemeinde habe ihn im Januar 2003 besonders berührt. "Pastor Klaus Christian Hirte schrieb, dass man für diese Kirche etwas tun muss, weil es eine Kirche zum Liebhaben ist. Und genau das haben Sie getan - Sie haben Ihre Kirche liebgehabt und es dadurch bis hierher geschafft."

Für die Kirchenmusik während des Gottesdienstes sorgte der Barther Singkreis, der vertretungsweise unter der Leitung der Wustrower Kirchenmusikdirektorin Anne-Dore Baumgarten stand.

Die Tribohmer Kirche ist eine der ältesten Dorfkirchen Norddeutschlands. Sie wurde Anfang bis Mitte des 13. Jahrhunderts aus Feldsteinen erbaut und zeigt noch heute die baulichen Merkmale der damaligen Wehrkirchen.

Nach zwölf Jahren Sanierung nun wieder tipptopp: Die Kirche in Tribohm.
Fotos: Volker Stephan

Vorpommerns einzige Radfahrerkirche ab Pfingsten wieder offen!

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Die Idee, mit der Radfahrerkirche mehr Touristen in das weitgehend unbekannte Hinterland südlich der Ostseeküste zu locken, werde angenommen, so Dally weiter. Pfingsten 2006 wurde der 1869 eingeweihte neugotische Sakralbau als Radfahrerkirche deklariert. Damit habe sich für die Kirche, die ursprünglich Anfang der 70er Jahre abgerissen werden sollte, eine neue Perspektive eröffnet, heißt es. Direkt neben dem Kirchengebäude befinden sich die unerforschten Reste einer bedeutenden slawischen Burganlage aus der Zeit zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert. (21.5.2010)

Copyright - epd

"Zehn Jahre sind eine lange Zeit"

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Die Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung vom 4. April 2010 berichtet:

Der Gemeindekirchenrat verabschiedet sich mit Geschenken und guten Wünschen von ihrem bisherigen Pfarrer Klaus-Christian Hirte.

Dass Familie Hirte nun ausgerechnet in die Schweiz wechselt, dorthin, wo es in den vergangenen Jahren schon einige pommersche Pfarrerinnneu und Pfarrer hingezogen hat, sei "reiner Zufall", erzählt Hirte. Schon länger hätten seine Frau und er darüber nachgedacht, sich zu verändern. "Die Landeskirche empfiehlt einen Pfarrstellenwechsel nach zehn Jahren", sagt Hirte und fügt hinzu: "und aus meiner Sicht auch zu recht." Nach so einer Zeitspanne würde ein Wechsel gut tun, glaubt er, "und zwar nicht nur dem Pfarrer, sondern auch der Gemeinde". Für beide Seiten gebe es so die Möglichkeit, neue Schwerpunkte in ihrer Arbeit zu setzen. Und wenn schon "die schöne Pfarrstelle Ahrenshagen" verlassen, "dann gleich richtig - nämlich ins Ausland", lässt der Pfarrer die familiären Überlegungen Revue passieren.

Von seiner Landeskirche, die er zunächst für die Zeit von sechs Jahren verlässt, wünscht er sich, "dass sie sich mehr um die Landgemeinden kümmert. Da fühlen sich einige oft allein gelassen", weiß Hirte. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Kirchenkreis sei aus seiner Sicht immer eng und gut gewesen, "aber Greifswald hat die Landgemeinden zu wenig im Blick", so Hirtes Fazit nach zehn Jahren. Zehn Jahre, in denen sich auch die Struktur seiner Gemeindearbeit verändert hat. Während die Teilnahme an regelmäßigen Angeboten eher rückläufig sei, wachse die Projektarbeit

Ein "Projekt", das Klaus-Christian Hirte auch persönlich immer sehr unterstützt hat, war die Kirchenzeitung: Noch im Vikariat als Mitarbeiter, hat er die Arbeit der Zeitung dann bis jetzt als Mitglied im Vorstand des Presseverbandes für MecklenburgVorpommern unterstützt: "Die Kirchenzeitung ist ein Premium-Produkt, das die Nordkirchenfusion hoffentlich in angemessener Weise überlebt", wünscht sich Klaus-Christian Hirte.

NICOLE KIESEWETTER

Wie die Kirche in Ahrenshagen, sind Pfarrer Hirte auch "seine" Kirchengebäude in Langenhanshagen und Lüdershagen sowie in Pantlitz, Schlemmin und Tribohm "ans Herz gewachsen".

Fotos: Bernd Müllejans

Abschied von Pastor Hirte

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In Rheinfelden wird die Arbei des Pastor etwas anders aussehen. Ich werde mich um das kümmern, was ich einmal gelernt habe", sagt er, und meint damit die Seelsorge, die Gottesdienste und die Konfirmanden. In Deutschland ist das anders, da muss der Pastor auch jede Menge Verwaltungsarbeit erledigen. "Baufachmann bin ich eigentlich nicht, aber ich kann jetzt gut mitreden." Hirte macht aber klar, dass man in seinem Beruf immer im Dienst ist. Trends aus den neuen Bundesländern mag er nicht folgen, wenn dort Sprechtage im Pfarrhaus eingerichtet werden. "Die Menschen müssen wissen, dass sie immer anrufen können", sagt er. Und nicht nur das, Hirte hat schon Obdachlose in einem Zelt in seinem Garten beherbergt und ihnen später eine Wohnung besorgt. Das ist aber Seelsorge, darüber spricht er nicht.

Über etwas anderes spricht er. Beispielsweise darüber, dass er in seiner Amtszeit 250 Beerdigungen hatte und erheblich weniger Taufen. "Darunter waren viele engagierte Menschen aus der Kirchengemeinde", sagt Hirte. In diesem Moment wird klar, dass er diesen Landstrich liebt. "Das sind hier besondere Menschen, viele sind bescheiden geblieben, sie müssen nicht immer mehr haben, viele haben wenig und sind trotzdem glücklich.

Bei den Tribohmern stand Hirte im Wort. Denen hat er gesagt, er gehe erst, wenn die Kirche saniert sei. Daran hat er sich gehalten und zur Einweihung am 30. Mai kommt er noch einmal zurück.

Pastor Hirte

Zehn Jahre war Pastor Klaus-Christian Hirte in Ahrenshagen, nun geht er in die Schweiz.

Foto: Michael Schißler

Kirchgemeinden sparen mit einem Friedhofsverband

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"In Lüdershagen haben wir schon einen solchen Fangwagen im Einsatz", sagt Ingo Peters, und er schätzt, "dass wir damit drei Wochen Arbeit eingespart haben", denn es musste niemand das Laub zusammenharken.

Die Friedhöfe der Kirchengemeinden sind zu einem Friedhofsverbund zusammengeschlossen. "Das hat den Vorteil, dass wir einen Ausgleich bei der Unterhaltung schaffen können", sagt der Pastor. Sonst wären die Beerdigungen auf den Friedhöfen der kleinen Ortschaften für die Bürger gar nicht mehr zu bezahlen. Die Kirchengemeinden wollen gepflegte, Kirchhöfe und auch jetzt im Winter wird regelmäßig Schnee geschoben, damit Besuche möglich sind. Zu dem Friedhofsverband gehören die beiden Anlagen in Ahrenshagen, in Pantlitz, Tribohm, Schlemmin, Lüdershagen und Langenhanshagen. Damit haben dann Ingo Peters und seine Leute ein straffes Pflegeprogranun zu erledigen, schließlich sind eine Menge Kilometer zwischen den Ortschaften zurückzulegen.

MSC

Ingo Peters (links) und Manfred Schönrogge bauen einen Fangwagen für einen Rasentraktor. Durch eine Schlauchverbindung können Grünschnitt und Laub gleich aufgenommen werden.

Foto: Michael Schißler

Geleit für 2010

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Die Barmherzigkeit Gottes ist nicht von unseren Bemühungen und Leistungen abhängig. Es ist umgekehrt: Unsere Leistungen und Erfolge sind abhängig von Gottes Barmherzigkeit.

Wenn wir dies begreifen, wenn wir begreifen, dass nicht wir das Fundament sind, auf dem alles steht oder alles aufgebaut werden kann, sondern dass wir auf dem Fundament Gottes stehen, dann gibt uns das Standfestigkeit und Sicherheit. Damit können wir unser Leben mit all seinen Problemen auch in diesem neuen Jahr mutig und gelassen bewältigen.

unterschrift
Ihr Pastor
© Pfarramt Ahrenshagen, 2010